Brot + Zwiebel Productions
Niklas von Wurmb-Seibel will den Dokumentarfilm ZUSAMMEN über einen Bürgerrat zur Klimaneutralität in 200 Filmgesprächen pro Jahr diskutieren und nimmt am Capacity Building Programm des oekom media impact hub teil. Im Mini-Interview geht es um Bürgerräte und konstruktives Erzählen.
Was machst du bzw. möchtest du machen?
Unser Dokumentarfilm ZUSAMMEN erzählt die Geschichte eines Bürgerrats zum Klimaschutz in Erlangen – Kommunalpolitik wird lebendig, die Kraft von Bürgerräten sichtbar. Diesen Film wollen wir künftig in 200 öffentlichen Filmgesprächen pro Jahr diskutieren: In Behörden und politischen Gremien, mit zivilgesellschaftlichen Gruppen, in Kinos, mit Parteien, in Gewerkschaften und Unternehmen, an Schulen.
Warum nimmst du am oekom hub teil? Was ist dein wichtigstes Vorhaben im Programm?
Wir tragen unsere Dokumentarfilme überall dorthin, wo Menschen konkrete Veränderungen anstoßen können – beim neuen Film ZUSAMMEN zum Beispiel zu Menschen und Organisationen, die sich fragen, wie sie ihre Emissionen auf Null reduzieren können und ob ein Bürgerrat das richtige Werkzeug für sie sein könnte.
Wir wollen andere Teams aus dem Hub dort ins Spiel bringen, wo wir schon regelmäßig Filmgespräche anzetteln – und sie zu den Aspekten beraten, bei denen wir stark sind, etwa darin, wie man Geld für öffentliche Filmgespräche an Land zieht. Zugleich wollen wir andere Teams und ihre Stärken kennenlernen, damit wir in Zukunft wissen, wen wir selbst um Hilfe bitten können, wo es uns noch an Erfahrung fehlt. So stärken wir uns gegenseitig.
Welchen Effekt, welches gesellschaftliche Ziel verfolgst du mit deinem Projekt?
Wir wollen, dass klimabewegte Zivilgesellschaft und Politik, Gewerkschaften und Schulen anhand unseres neuen Films diskutieren können, ob ein Bürgerrat das richtige Werkzeug für ihren nächsten großen Sprung nach vorne beim Klimaschutz sein könnte – und ob er hilft, damit weniger Menschen sich insgesamt abwenden von Politik. Als Nebeneffekt erleben Menschen in unseren Filmgesprächen Medienschaffende, deren Arbeit sie begreifen und nutzen können – Vertrauen zurückgewinnen also.
Wir wollen unser Publikum aktiviert und mit neuen, erprobten Ideen zurücklassen.
Vervollständige den Satz: »Guter Journalismus ist für mich …«
... konstruktives Erzählen nach dem Schema SCHEISSE PLUS X, das meine Frau @ronjavws entwickelt hat – let me explain: wir beleuchten Missstände und Probleme, erzählen aber auch schon gleich von einem »X«, dem ersten Schritt hin zu einer Lösung. Das X kann heißen: Was lernen wir von anderen Orten, aus anderen Zeiten oder anhand wissenschaftlicher Evidenz darüber, was wirklich hilft gegen ein konkretes Problem. Wir wollen unser Publikum aktiviert und mit neuen, erprobten Ideen zurücklassen.
Außerdem geht guter Journalismus raus und interagiert mutig und engagiert mit dem Publikum - und zwar am besten in Foren, in denen nicht schon alle einverstanden sind.
Mehr zu den Filmgesprächen: vonwurmbseibel.com · Niklas von Wurmb-Seibel auf LinkedIn